Geschrieben von Erik Weijers a month ago

Vitalik gibt die Hoffnung auf algorithmische Stablecoins nicht auf

Der Absturz des Stablecoins US Terra hat Vitalik Buterin, den Gründer von Ethereum, nicht entmutigt: Er schließt nicht aus, dass algorithmische Stablecoins funktionieren können. Seiner Meinung nach sollte ein wesentliches Merkmal eines solchen Stablecoins sein, dass er auch bei sinkender Popularität stabil bleibt.

Buterin argumentiert, dass die Euphorie in bestimmten Kreisen über US Terra zwar unberechtigt war, die derzeitige negative Stimmung über Stablecoins im Allgemeinen aber eine Überreaktion ist. Seiner Meinung nach müssen wir vom Stablecoin-Boosterismus, aber auch vom Stablecoin-Doomerismus wegkommen. Letzteres ist Buterins Antwort auf die Tendenz, die gesamte Idee der algorithmischen Stablecoins abzuschreiben. Um das klarzustellen: Vitalik Buterin war und ist nicht an UST beteiligt.

Was ist ein Stablecoin nach Buterins Definition?

Was normalerweise als algorithmischer Stablecoin bezeichnet wird, nennt Vitalik einen automatisierten Stablecoin. In der Tat ist das vielleicht der eindeutigere Begriff. Diese automatisierten Stablecoins unterscheiden sich z. B. von USDT und USDC dadurch, dass sie dezentralisiert sind. Das heißt, es gibt keine "Dollarreserven", die bei einem Unternehmen geparkt sind, um den Stablecoin zu sichern. Stattdessen gibt es einen automatisierten Rückkopplungsmechanismus, der den Preis gegenüber dem Dollar (in der Regel) so konstant wie möglich hält. In der Praxis ist dieser Mechanismus ein Smart Contract, der die Sicherheiten auf der Kette verwaltet: also andere Kryptowährungen.

Kampfproben

Einige automatisierte Stablecoins sind schon seit Jahren erfolgreich. Der Ethereum-Gründer weist darauf hin, dass der DAI von MakerDAO beispielsweise extremen Marktkorrekturen erfolgreich standgehalten hat, zum Beispiel dem Covid-Crash im März 2020.

Warum ist die Sache mit UST schief gelaufen? Das Entscheidende ist, dass LUNA, die Währung, die UST stabil gehalten hat (Vitalik nennt LUNA den volatilen Coin), außerhalb des LUNA-Ökosystems nicht sicher ist - im Gegensatz zu DAI, USDC oder USDT. UST und LUNA waren anfällig für eine Todesspirale, bei der sowohl der Stablecoin als auch der gepaarte Volatilecoin zusammen abstürzen. Wenn sich die Stimmung einstellt, dass die Nachfrage nach UST (dem Stablecoin) sinken wird, wird auch LUNA anfällig. Denn wenn der Preis von UST unter den Dollar fällt, muss UST aus dem Verkehr gezogen (verbrannt) werden, um den Preis wieder auf 1 Dollar zu bringen. Das wird durch die Schaffung von LUNA finanziert, was den Preis von LUNA unter Druck setzt. In dem Moment, in dem das Vertrauen in die zukünftige Nachfrage nach UST plötzlich stark sinkt, ist es vorbei. Das wurde Anfang Mai 2022 deutlich...

Wie aber können automatisierte Stablecoins funktionieren?

Buterin schlägt zwei Kriterien für potenziell erfolgreiche automatisierte Stablecoins vor:

  1. Bleibt der Stablecoin stabil, auch wenn die Nachfrage stark sinkt?
    Solange die Sicherheiten eingetrieben werden können, ist es den Inhabern egal, wie viele andere Inhaber es gibt. Die Stabilität hängt also nicht von einer steigenden oder stabilen Nachfrage ab. Sicherheiten können zum Beispiel Ether sein.
  2. Kann ein negativer Zinssatz festgelegt werden?
    Angenommen, die Menge der im Umlauf befindlichen Dollar steigt um 20% pro Jahr. Wie kann ein Stablecoin mit diesem Wachstum mithalten, ohne selbst zu einem "Ponzi" zu werden? Laut Vitalik sind Negativzinsen eine Lösung, wie zum Beispiel die Schrumpfung der Bilanz.

Dieser letzte Punkt ist sicherlich kontraintuitiv und schwierig zu verstehen. Lest Vitaliks detaillierte Erklärung.

Was wir langsam aber sicher herausfinden, ist, dass ein algorithmischer Stablecoin nicht unmöglich ist - aber es gibt noch keinen klaren Weg zu einer zukunftssicheren Version.

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