Geschrieben von Erik Weijers 2 maanden geleden

Rückt die Talsohle näher?

Nach einer Woche des extremen Chaos und der Not auf den Kryptomärkten scheint sich der Staub ein wenig zu legen. Aber ein Blick auf das eigene Portfolio vermittelt nach wie vor alles andere als ein gutes Gefühl. Was hat zu diesem Tumult geführt? Und ist die Talsohle erreicht? Um Antworten zu finden, werfen wir einen Blick auf einige historische Parallelen.

Die derzeitige Panik und der schnelle Preisverfall von 30.000 $ auf 17.000 $ waren ein Schlag in die Magengrube. Aber man sollte nicht vergessen, dass dieses Ereignis nicht zum ersten Mal auftritt: Etwas Ähnliches ist in der Geschichte von Bitcoin schon mindestens dreimal passiert. Zum Beispiel die Abstürze im März 2020 (8k auf unter 4k), November 2018 (6k auf 3k) und Dezember 2013 - März 2014 (1100 auf 400). Obwohl es natürlich keine Garantien gibt, wissen wir, dass sich der Preis in all diesen Fällen erholte und schließlich neue Höchststände erreichte.

Eine sehr kritische Lage

Was sich derzeit abspielt, ist eine Abfolge ungünstiger externer und interner Probleme. Die makroökonomischen Bedingungen sind für alle risikoreichen Investitionen sehr ungünstig. Auch Technologieaktien sind in den letzten sechs Monaten um mehrere Zehntelprozente gefallen. Angesichts der aktuellen Unsicherheit über die Inflation, die straffe Geldpolitik/höhere Zinsen und die geopolitische Instabilität flüchten die Menschen in den Dollar. So gut wie jeder Vermögenswert verliert an Wert - und Kryptowährungen am stärksten.

Aufgrund dieses Preisverfalls wurden in den letzten Wochen strukturelle Probleme auf dem Kryptomarkt deutlich. Nicht bei Bitcoin selbst - dieser gute alte Freund produziert immer noch alle zehn Minuten einen Transaktionsblock - sondern bei zentralisierten Kreditplattformen und Hedgefonds. Plötzlich wurde klar, dass diese mit geliehenem Geld Positionen eingegangen waren, die anfällig für eine Liquidation geworden waren. Das lag zum Teil daran, dass sie dem abgestürzten Terra-Ökosystem von Anfang Mai ausgesetzt waren. Die Leihplattform Celsius war ein Beispiel dafür. Links und rechts waren die Institutionen gezwungen, Positionen zu verkaufen, um ihre Verluste zu decken. Das ließ die Preise fallen und schürte die Unsicherheit: Werden noch mehr Blindgänger aufgedeckt?

Vergleich mit früheren Crashs

Dieser Preisverfall unterscheidet sich in einer Hinsicht von den erwähnten früheren Krypto-Crashs. Im März 2020 war es die wirtschaftliche Panik um Covid. In den Jahren 2013-2014 war es der Zusammenbruch von MtGox, der damals größten Bitcoin-Börse. Doch aktuell ist eine neue Art von Versagen daran schuld, nämlich das von institutionellen Akteuren, die unverantwortliche Risiken eingegangen sind. Das ist unheimlich und erinnert an die globale Finanzkrise von 2008. Damals waren Finanzinstitute unverantwortliche Risiken eingegangen, froren ihre Kreditlinien untereinander ein und mussten von den Regierungen gerettet werden.

Es bleibt abzuwarten, wie viele weitere Köpfe im Kryptoland auf der Strecke bleiben werden. Klar ist jedoch, dass das, was jetzt passiert, in gewisser Weise reinigend wirkt: Es ist ein Waldbrand, der die unliebsamen Akteure herausfiltert. Die Kehrseite ist das Imageproblem der Kryptowährung für Außenstehende: Es hat sich nicht gerade gebessert. Die Regulierungsbehörden wetzen ihre Messer - was übrigens nicht unbedingt etwas Schlechtes ist, zumal die Probleme bei zentralisierten Institutionen lagen.

Ist die Talsohle in Sicht?

Ist die Talsohle bereits durchschritten? Ist sie bald erreicht? Der Zeitpunkt der Talsohle wird von der Veränderung der besagten "Wetterbedingungen" des aktuellen Sturms abhängen: Nachdem die aktuelle Phase der geldpolitischen Straffung ihren Höhepunkt überschritten hat, können riskante Anlagen wieder profitieren. Und wenn klar ist, dass der Waldbrand in der Kryptowelt erloschen ist, wird auch in diesem Bereich das Vertrauen zurückkehren.

In einer Reihe von anderen Punkten sehen wir, dass wir uns jetzt nahe an einem Tiefpunkt befinden - zumindest, wenn wir nach früheren Abstürzen gehen:

  • Häme von Krypto-Gegnern: "Seht ihr, es ist ein Schwindel, ihr werdet auf 0 fallen!"
  • Eine super-negative Stimmung auf "Krypto-Twitter": Leute, die sich gegenseitig und die Coins der anderen beschimpfen, Geschichten von Leuten, die alles verloren haben, Aussagen wie "Du wirst mich nie wieder sehen, ich bin raus aus diesem elenden Markt."
  • Nach dem Zusammenbruch von Institutionen wird der Ruf nach Regulierung laut.
  • Die technischen Indikatoren befinden sich auf einem Tiefstand, z. B. der wöchentliche RSI: Das Ausmaß, in dem Bitcoin "überverkauft" wird, ist ähnlich wie bei früheren Niedrigständen. Außerdem sind wir jetzt unter dem gleitenden 200-Wochen-Durchschnitt: Das passiert nur einmal alle paar Jahre.

Natürlich weiß niemand genau, wie tief die Talsohle sein wird. Die Märkte befinden sich in einer chaotischen Phase und es gibt keine Gewissheiten. Dein Geld ist nirgendwo komplett sicher.

Fazit

Wie bereits erwähnt, gibt es Anzeichen dafür, dass wir uns der Talsohle nähern. Lass dich nicht von deiner schlechten Laune verwirren: Das ist oft ein Zeichen dafür, dass der Tiefpunkt bald erreicht ist. Das Gefühl "Ich steige aus" hat an den Finanzmärkten sogar einen offiziellen Namen: capitulation. (Umgekehrt ist die Euphorie eines Bullenmarktes ("Wir werden alle reich!") ein Zeichen dafür, dass der Höhepunkt nahe ist).

Die entscheidende Frage ist, ob du an Bitcoin, Ethereum oder andere Projekte glaubst. Haben sie deiner Meinung nach eine gute Chance, sich zu halten? Wenn ja, könnte dies eine Investition rechtfertigen, unabhängig von den Tageskursen.

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