Geschrieben von Erik Weijers a month ago

Nic Carter kontert die Bitcoin-Maximalisten

Als der prominente Bitcoiner Nic Carter ein paar Gedanken über die Zukunftssicherheit von Bitcoin twitterte, wurde er von den Bitcoin-Maximalisten verstoßen. Das zeigt, wie schlecht die Stimmung im Moment ist und wie unversöhnlich die "Bitcoin-Maximalisten" sind. Ist diese Feindseligkeit ein Merkmal oder ein Bug? Laut Nic Carter ist es das Letztere: 'Die moralische Grundlage dieser Leute ist karikaturenhaft'.

Nic Carter ist ein junger Risikokapitalgeber, der sich seit Beginn seiner Karriere für Bitcoin und andere Kryptowährungen interessiert. Er steht anderen Blockchains sehr kritisch gegenüber und hat in den letzten Jahren den Energieverbrauch des Bitcoin-Minings verteidigt (in Anbetracht der erneuerbaren Energieerzeugung, die dadurch gefördert wird). All dies hat offenbar dazu geführt, dass einige neue Bitcoiner denken, dass er ein Bitcoin-Maximalist ist: jemand, der alles, was nicht Bitcoin ist, für Schwindel hält. Laut Carter ist das nicht der Fall: "Ich war nie ein Maximalist, ich hasse den Begriff, habe mich nie so genannt und war immer aufgeschlossen".

Ketzerische Vorschläge

Eine umstrittene Frage steht für die zukünftige Lebensfähigkeit des Bitcoin-Ökosystems im Raum. Nämlich, ob die Miner angemessen bezahlt werden können, wenn die Menge an Bitcoin, die an sie ausgegeben wird, mit jeder vierteljährlichen Halbierung immer geringer wird. Die Transaktionsgebühren für Miner müssen steigen, aber das kann nur geschehen, wenn es eine ausreichende Nachfrage nach Blockspace gibt. Derzeit stammen nur 2% des Einkommens der Miner aus Transaktionsgebühren: der Rest kommt aus der Blocksubvention von derzeit 6,25 Bitcoin. Und die wird sich bereits in zwei Jahren halbieren.

Nics Tweet:

Langfristiger Plan zur Sicherung der BTC-Blockchain

1. Nichts unternehmen

2. Die 21 Millionen als harte Obergrenze sprengen und unbefristete Subventionen schaffen

3. Alte Coins, sagen wir zehn Jahre alt, in Miner-Subvention recyceln

4. Schaffung eines Gebührenziels durch Vergrößern und Verkleinern der Blockgröße

Karikaturistische moralische Grundlage

Zugegeben, das ist Ketzerei. Das Bitcoin-Protokoll basiert auf einigen dieser Prinzipien. Dies sind in Stein gemeißelte Dogmen (Programmiercode) und ein Abweichen von ihnen würde vermutlich zu einer Hard Fork führen. Lustigerweise geriet Carter erst nach einem späteren Tweet, in dem er eine Investition in ein Krypto-Startup ankündigte, wirklich unter Beschuss. Er wurde lächerlich gemacht und zum Beispiel von Max Keiser für tot erklärt. Daraufhin antwortete Carter in einem Beitrag auf Medium:

"Die moralische Grundlage dieser Leute ist karikaturhaft; es ist etwas, das einem Kleinkind gefallen könnte. Es ist ein furchtbares Binärsystem: Jede Finanzanlage außer Bitcoin ist ein Betrug; jede Blockchain außer Bitcoin ist ein Betrug und zum Scheitern verurteilt (selbst wenn sie objektiv floriert und mehr für Blockspace als Bitcoin verlangt); wenn irgendwo anders als in Bitcoin etwas Interessantes aufgebaut wird, wird es zwangsläufig zu Bitcoin zurückkehren."

In einer kürzlich erschienenen Podcast-Folge von Bankless spricht Carter vieles aus, was er zu sagen hat. Er erörtert, wie der kleine Kreis der Bitcoin-Maxis (′Cyberhornissen′) sich gegenseitig in einem Pool von Dogmen gefangen hält. Laut Carter handelt es sich um ein Sektenphänomen: Seit Jahren sind keine originellen Gedanken mehr zu erkennen, und jeder, der auch nur den Anschein von Aufgeschlossenheit gegenüber dem Dogma hat, wird kollektiv als Abtrünniger des Glaubens bestraft.

Nicht Bitcoin aufgeben, sondern den Kult

Carter betont immer wieder, dass er immer noch an Bitcoin glaubt und den weitaus größten Teil seines Krypto-Portfolios in BTC hat. Er hat nur ein Problem mit der Sekte, dem kleinen, aber radikalen und sehr lautstarken Teil der Bitcoin-Anhänger. Seiner Meinung nach handelt es sich um eine giftige Clique, die kluge und vernünftige Köpfe verdrängt und immer engstirniger wird.

Ähnlich äußert sich der CEO von Blocktower Capital, Ari Paul.

"In Bärenmärkten, wenn die Menschen Geld verlieren, schlagen sie auf die Führer ein, die ihnen falsche Versprechungen gemacht haben, anstatt das Gruppendenken der Gemeinschaft dafür verantwortlich zu machen, dass sie in Schwierigkeiten geraten sind, und greifen 'Außenseiter' an. "

Paul betont auch, dass er nur ein Problem mit den Maximalisten hat: "Der 'Kult' hier ist nicht Bitcoin. Bitcoin ist großartig. Das muss man nicht aufgeben. Sondern der Kult, der Bitcoin wie eine Religion behandelt, ehrliche Diskussionen ablehnt, Propaganda betreibt, Orwellsches 'Rightthink' erzwingt und die Realität leugnet."

Es ist ein ganz schöner Bärenmarkt, oder?

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