Geschrieben von Erik Weijers 5 months ago

IWF: Wir waren ein Achtjähriger mit einer Gelddruckmaschine

Während einer Debatte auf der Frühjahrstagung des IWF machte die geschäftsführende Direktorin des IWF, Kristalina Giorgieva, bemerkenswerte Aussagen über die unverantwortliche Geldpolitik der Regierungen: “Wir waren wie achtjährige Kinder, die einem Ball hinterherjagen".

Sie äußerte sich während einer Podiumsdiskussion, an der auch die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, und der Chef der Federal Reserve, Jerome Powell, teilnahmen. Die Kernaussage von Giorgieva war, dass die aktuelle Inflation nicht nur auf externe Ereignisse wie den Krieg in der Ukraine zurückzuführen ist. Auch die Regierungen und die Finanzinstitute sind schuld. Für Menschen, die die Nachrichten verfolgen, nichts Neues, aber ein überraschendes Schuldeingeständnis einer Institution wie des IWF.

Giorgieva, die als Bulgarin die Hyperinflation in diesem Land Ende der 1990er Jahre miterlebt hat, spricht zunächst das Problem der explodierenden Staatsverschuldung an: "der größte Anstieg seit dem Zweiten Weltkrieg". Sie fährt mit dem drängenden Problem fort, mit dem viele Schwellenländer konfrontiert sind, nämlich hohe Schulden, steigende Zinssätze und Kapitalflucht. Es besteht die Gefahr, dass sie bankrott gehen. Der globale Anleihemarkt steht unter großem Druck.

Achtjähre, die einem Ball hinterherlaufen

Giorgieva: "Nicht alle Probleme sind exogen bedingt. Einige sind das Ergebnis von Fehlentscheidungen, schlechter Regierungsführung und Korruption. Als Christine in den guten Tagen von 2018/2019 hier Geschäftsführerin war, sagte sie immer: 'Wenn die Sonne scheint, repariere das Dach'. Jetzt stellen wir fest, dass viele Länder ihre Dächer nicht repariert haben. Jetzt schüttet es."

Sie schlussfolgert: "Wir treffen Entscheidungen und achten nicht genug auf das Gesetz der unbeabsichtigten Folgen. Dann ringen wir mit den Auswirkungen. Nehmen wir die Entscheidung, die Wirtschaft [während der Covid-Krise] zu unterstützen. [...] Wir verhalten uns manchmal wie achtjährige Kinder, die Fußball spielen. Wir jagen alle dem Ball hinterher und decken nicht den Rest des Feldes."

Finanzjournalisten haben dies schon seit Jahren geäußert und für Bitcoiner ist "Gelddrucker go brrr" ein vertrautes Meme. Die Bilanz der US-Zentralbank hat sich seit März 2020 um 4.000 Milliarden Dollar erhöht. Mit der Emission von neuem Geld finanzierte die Zentralbank neue Staatsschulden in einem noch nie dagewesenen Ausmaß.

Das Jerome-Powell-Mem: Drucker go brrr

Die zunehmende Störung des traditionellen Finanzsystems wird nun also auch von Insidern zugegeben. Krypto-Fans hatten diesen Schluss bereits gezogen und ihr Geld in Bitcoin geparkt, einem Finanzsystem, in dem die Ausgabe von neuem Geld von keinem politischen Entscheidungsträger beeinflusst werden kann.

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