Geschrieben von Erik Weijers il y a 2 mois

Ist das der Weg, Celsius zu retten?

Hinter verschlossenen Türen versucht die Lending-Plattform Celsius, ihre missliche Lage in den Griff zu bekommen. Sowohl Leute aus dem traditionellen Finanzwesen als auch aus der Kryptowelt haben sich zusammengetan, um nach einer Lösung zu suchen. Währenddessen pumpt ihr Coin CEL weiter: Der Short Squeeze geht weiter.

Als Celsius am Montag, den 13. Juni, ankündigte, alle Abhebungen zu blockieren, brach auf den Kryptomärkten Panik aus. Die Kontoinhaber auf dieser Plattform konnten plötzlich nicht mehr auf ihre Guthaben zugreifen. In den darauffolgenden Tagen wurde klar, was das Problem von Celsius ist, nämlich dass es nicht über genügend Liquidität verfügt, um alle Abhebungen durchzuführen. Die Frage, ob sie überhaupt über genügend Vermögenswerte verfügen, ist noch nicht geklärt.

Ist Letzteres der Fall? Wenn ja, erinnert die Situation an die der Krypto-Börsen MtGox und Bitfinex, die 2014 bzw. 2016 gehackt wurden. Auch das führte zu einem Abhebungsstopp: Die Nutzer konnten nicht mehr auf ihre Bitcoin zugreifen. Nach endlosen Rechtsstreitigkeiten warten die MtGox-Nutzer/innen immer noch auf ihr Geld, während die Bitfinex-Nutzer/innen innerhalb eines Jahres entschädigt wurden. Worin bestand der Unterschied in der Vorgehensweise und was könnte das für Celsius bedeuten?

Das Zahlungsversprechen als Kryptowährung

Bei MtGox wurde ein klassisches Konkursverfahren durchgeführt, das bisher nur Anwälte reich gemacht hat. Bei Bitfinex wurde eine andere Methode gewählt.

  1. Die ausstehenden Guthaben wurden als "IOUs" in Form von Krypto-Coins an die Nutzer verteilt.
  2. Hinter dieser Coin, BFX, stand das Versprechen von Bitfinex, den Nutzern in Zukunft Geld zurückzuzahlen. Wenn Bitfinex dir also Bitcoin im Wert von 1.000 Dollar schuldete, bekamst du 1000 BFX.
  3. Warst du zuversichtlich, dass Bitfinex alles richtig machen würde? Dann kannst du deine BFX-Münzen behalten. Wolltest du sie loswerden? Dann hättest du sie sofort auf dem freien Markt verkaufen können.

Anfangs reagierte der Markt skeptisch und BFX war nur ein paar Cent wert. Aber schon innerhalb eines halben Jahres stieg der Preis auf fast 1 Dollar. Im April 2017 gelang es Bitfinex, 1 Dollar pro BFX an alle Inhaber auszuzahlen und der Coin wurde aus dem Verkehr gezogen.

Simon Dixon und die Citigroup

Könnte etwas Ähnliches auch bei Celsius passieren? Der Investor von Celsius und CEO der Investmentplattform BnktotheFuture.com, Simon Dixon, gab bekannt, dass er Celsius bei der Suche nach einer ähnlichen Lösung unterstützt. Sein Unternehmen ist seit 2010 im Kryptogeschäft aktiv.

Inzwischen hat Celsius auch die traditionelle Citigroup beauftragt, Lösungen zu finden. Es ist also nicht klar, welcher Weg gewählt werden wird. So oder so wird Celsius einen Teil des Vertrauens zurückgewinnen müssen. Bitfinex ist das 2016 gelungen - ob es Celsius jetzt gelingt, bleibt abzuwarten, denn Celsius' Scheitern ist nicht das Ergebnis eines Hacks, sondern eines schlechten Risikomanagements.

Short Squeeze CEL scheint erfolgreich zu sein

In der Zwischenzeit ist etwas anderes im Gange. Die Gemeinschaft der Inhaber des CEL-Tokens (die nichts mit der obigen Diskussion zu tun hat) hat sich in der vergangenen Woche auf Twitter zusammengefunden, um zu versuchen, CEL wieder in Gang zu bringen. Während große Gruppen von Shortern auf einen totalen Absturz des Coins spekulierten, begann die Community mit Rückkäufen und zwang die Shorter so zu einem Verlust. Inzwischen ist der Coin mehr als doppelt so viel wert wie vor dem Debakel der letzten Woche.

Der CEL-Short-Squeeze hat kaum etwas mit dem oben beschriebenen Problem der Insolvenz von Celsius zu tun. Außerdem haben die Besitzer von CEL kaum etwas von einem Preisanstieg zu erwarten, wenn ihr CEL auf Celsius ist: Es ist nicht verfügbar. Allerdings wird CEL auch an anderen Krypto-Börsen gehandelt, so dass sie dort profitieren könnten.

Der Preis von CEl seit dem 16. Juni

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