Geschrieben von Erik Weijers 2 maanden geleden

Ethereum-Gründer: Bitcoin-Maximalismus ist in Ordnung!

War es ein Aprilscherz? Einen Moment lang waren die Leser des Artikels, den Vitalik Buterin über den Bitcoin-Maximalismus geschrieben hat, im Zweifel. Aber der Artikel scheint todernst zu sein: Der Gründer von Ethereum hält ein gut durchdachtes Plädoyer zur Verteidigung der erbittertsten Kämpfer für den Big Daddy unter den Kryptos: Bitcoin.

Bitcoin-Maximalismus ist eine Einstellung der Hardcore-Anhänger von Bitcoin. Sie sind nicht gerade die geselligsten Gäste auf Geburtstagsfeiern und auf Twitter. Tatsächlich sind sie anderen Krypto-Projekten gegenüber äußerst skeptisch, um nicht zu sagen geradezu feindselig eingestellt. Alles, was nicht Bitcoin ist, betrachten sie als Betrug. Deshalb ist es bemerkenswert, dass der sanftmütige Vitalik Buterin sich für die Horden einsetzt, die ihn als Scharlatan und Verräter ansehen (Buterin begann seine Karriere in der Kryptowelt als Autor für das Bitcoin Magazine).

Vielleicht lässt sich Buterins Plädoyer aus seiner idealistischen Natur heraus verstehen. In seinem Interview in der Time war er nicht allzu begeistert von der NFT-Manie der Punks und Apes, die durch sein Lebenswerk ermöglicht wurde. Er hat Ethereum in der Hoffnung gegründet, dass darauf alle möglichen Projekte aufgebaut werden, die der Menschheit zugute kommen, wie z.B. faire Wahlsysteme und Wege zur Verbreitung eines Grundeinkommens. Vielleicht erkennt er in den Bitcoin-Maximalisten den gleichen Antrieb, für seine Ideale zu kämpfen.

Wenn Intoleranz Sinn macht

Der rote Faden von Buterins Argumentation lautet wie folgt.

  1. In unserer Welt lauern echte Gefahren in Bezug auf Sicherheit und Privatsphäre. Wenn wir die zunehmenden Möglichkeiten der Datenerfassung den Regierungen und großen Unternehmen überlassen, droht ein totalitärer Albtraum.
  2. Die Blockchain-Technologie ist im Wesentlichen eine Sicherheitstechnologie, die das Individuum vor autoritären Kräften schützt. Dies ist keine Modeerscheinung.
  3. Um diesen Schutz zu ermöglichen, müssen in irgendeiner Form Kosten anfallen. Im Fall von Bitcoin zum Beispiel in Form von Energieverbrauch. Das Netzwerk ist nicht auf Energieeffizienz optimiert, sondern auf Sicherheit.
  4. Bitcoin hat die Rolle des Blockchain-Geldes für sich beansprucht und macht diese eine Sache sehr gut.
  5. Bitcoin überlebt nicht nur wegen seines eleganten technischen Designs, sondern auch wegen seiner Kultur von Predigern und Verteidigern: Maximalisten, in anderen Worten.
  6. Die Bitcoin-Maximalisten sorgen dafür, dass niemand an dem Design herumpfuscht und dass Nachahmer-Münzen angegriffen werden. Konservatismus ist hier eine Stärke, ebenso wie Intoleranz. Mit einer liberalen Community hätte Bitcoin schon längst aufgehört zu existieren.

Wie wir es von ihm gewohnt sind, nimmt Buterin sich selbst in die Pflicht. Er fügt Fotos von sich bei, auf denen er Regierungschefs, darunter Putin, die Hand schüttelt.

„Nun stellt sich die Frage: Wenn die Zeit kommt, dass tatsächlich wichtige Dinge auf der Blockchain passieren - tatsächlich wichtige Dinge, die die Mächtigen beleidigen - welches Ökosystem wäre dann eher bereit, ein Machtwort zu sprechen und sich zu weigern, sie zu zensieren, egal wie viel Druck auf sie ausgeübt wird? Das Ökosystem mit weltreisenden Nomaden, denen es wirklich wichtig ist, jedermanns Freund zu sein, oder das Ökosystem mit Leuten, die sich nebenbei mit einem AR15 und einer Axt fotografieren?“

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