Geschrieben von Erik Weijers 5 months ago

Den Dip ins rechte Licht rücken

Am Morgen des Samstags, 4. Dezember, fiel der Preis von Bitcoin und dem Kryptomarkt insgesamt plötzlich stark. Bitcoin berührte sehr kurz einen Preis von etwa 42.000 US-Dollar. Auch wenn unmittelbar eine teilweise Erholung folgte, wurde der Aufwärtstrend der letzten Monate durchbrochen. Was ist los und was können wir erwarten?

Die Märkte waren schon seit einiger Zeit nervös. Die gute Nachricht vom Start des Bitcoin ETF Mitte Oktober in den USA war in den Hintergrund gerückt. Diese Einführung führte nicht sofort zu riesigen Zuflüssen institutioneller Gelder. An ihre Stelle traten weniger gute makroökonomische Nachrichten. Die Aktienmärkte waren bereits nach der Nachricht von der neuen Omikron-Variante des Coronavirus ratlos. Der Preis von Bitcoin sank auf leise auf einen Key-Support-Point von 53.000 USD.

Zu diesem Zeitpunkt waren die Bedingungen reif für einen Waldbrand auf dem Kryptomarkt. Alle sogenannten Long-Positionen von Händlern waren besonders anfällig. Dies sind Positionen, die von Händlern gehalten werden, die bei einem Preisanstieg mit geliehenem Bitcoin (oder anderen Kryptowährungen) kalkuliert haben. Fällt der Preis plötzlich schnell, tritt ein sich selbst verstärkender Effekt eines explosionsartigen Preisverfalls ein. Der Grund dafür ist, dass immer mehr Händler gezwungen sind, zu verkaufen, wenn immer niedrigere Niveaus berührt werden. Besonders an Wochenenden, wenn das Handelsvolumen geringer ist, gibt es nicht genügend Kauf-Orders, um den fallenden Kurs aufzufangen. Das ist am Samstagmorgen passiert

Für jeden, der seit mehr als ein paar Monaten auf dem Kryptomarkt ist, ist dieser Dip nichts Besonderes. Ein Einbruch dieser Größenordnung kommt durchschnittlich einige Male im Jahr vor. Der Preisverfall im Mai 2021 war beispielsweise noch größer. Diese hohe Volatilität wird von vielen Menschen als Merkmal und nicht als Fehler der Kryptomärkte angesehen. Es gibt keine zentrale Autorität, um den Markt für eine Weile zu stoppen oder mit zusätzlichem Geld zu unterstützen. Es ist ein freier Markt.

Auf der anderen Seite flammt in diesen Fällen die Diskussion über die schlechte Seite des Leverage Trading auf. Es gibt ein Lager von Analysten, die diese Form des Handels mit geliehenem Geld kritisieren. Obwohl der erlaubte Hebel in den letzten Monaten an vielen Börsen limitiert wurde, bleibt immer noch genug übrig, um den Kurs schnell fallen zu lassen (übrigens kann auch das Gegenteil passieren: ein sogenannter Short Squeeze, bei dem die Shorts in Flammen aufgehen).

Was zu erwarten ist

Dieser Einbruch unterstützt zusätzlich die Hypothese, dass wir uns nicht in einem traditionellen Vierjahreszyklus befinden. Es sind mittlerweile mehrere Typen von Marktteilnehmern mit teilweise widersprüchlichem Verhalten und damit gegenläufigem Effekt auf den Preis aktiv. Für die größeren Institutionen, die derzeit Hauptakteure auf dem Kryptomarkt sind, ist der Dezember ein Monat, um die GuV zu verteidigen. Es ist nicht an der Zeit, in riskante Vermögenswerte wie Bitcoin zu investieren. Das zeigte sich an diesem Wochenende: Es gab nicht genug Big Player, die den Dip aufkauften.

Bei den kleineren Investoren ergibt sich ein anderes Bild. Vielleicht kommt die Unterstützung in den kommenden Wochen von ihnen, bis die Institutionen im Januar wieder aktiver werden. Ein gutes Zeichen ist, dass diese kleineren Bitcoin-Inhaber laut einer Analyse des On-Chain-Analysten Willy Woo den Dip kaufen. Auch die Zahl der Adressen dieser sogenannten „Shrimps“ (Adressen mit einem Guthaben von weniger als einem Bitcoin) wächst massiv. Dies sind Anzeichen dafür, dass wir noch nicht am Anfang eines echten Bärenmarkts stehen. Am Ende der Manie 2017 verließen diese Shrimps massenhaft den Markt.

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