Geschrieben von Robert Steinadler 8 days ago

Bitcoin vs. Ethereum: Michael Saylor heizt den Streit weiter an

Es gibt eine Gruppe von Leuten, die sich Bitcoin-Maximalisten nennen. Sie glauben, dass jede andere Kryptowährung eine Ablenkung oder ein Versuch ist, Geld von Leuten zu erschleichen, die nicht wissen, dass Bitcoin die einzige revolutionäre Technologie ist, die die Welt retten kann. Das mag für einige unserer Leser seltsam klingen, während sich andere mit genau dieser Idee identifizieren können. In den letzten Wochen hat sich die Situation zwischen den Bitcoin-Maximalisten und der Ethereum-Community ein wenig zugespitzt.

Was hatte Michael Saylor über Ethereum zu sagen und was war die Antwort von Vitalik Buterin?

Ethereum ist unethisch und ein Wertpapier

Während eines Podcasts schimpfte Saylor über Ethereum und wie unfair die Dinge aktuell laufen. Seiner Meinung nach ist es völlig unethisch, die Miner ihrer Arbeit zu berauben. Ethereum steht kurz davor, den Merge zu begehen, möglicherweise schon Ende September. Sobald der Merge abgeschlossen ist, wird Ethereum von Proof of Work auf Proof of Stake umstellen. Damit wird das Mining obsolet.

Saylor geht sogar so weit zu behaupten, dass Ethereum ein Wertpapier ist. Er glaubt, dass die Tatsache, dass die zweitgrößte Kryptowährung mit einem ICO begann und ständig von einer kleinen Gruppe von Menschen verändert wird, ausreicht, um nach US-Gesetzen als Wertpapier zu gelten.

Im Jahr 2018 brachte die sogenannte Hinman-Rede Klarheit in die Kryptoindustrie. Hinman sagte, dass weder Bitcoin noch Ethereum von der SEC als Wertpapier betrachtet würden. Diese Rede spielt auch eine wichtige Rolle im Rechtsstreit zwischen Ripple und der SEC, da Ripple behauptet, dass Hinman mit diesen öffentlichen Aussagen regulatorische Vorgaben gemacht hat bzw. diese so zu verstehen sind.

Buterin schlägt zurück

Es ist wahr, dass Ethereum sich ständig verändert und Hard Forks einsetzt, um Upgrades zu implementieren und die Richtung zu ändern. Die Idee, auf Proof of Stake umzustellen, ist fast so alt wie Ethereum selbst. Es handelt sich um ein langfristiges Projekt, das viele Jahre und sorgfältige Überlegungen seitens der Entwickler erforderte, bevor der Versuch unternommen wurde, die größte Smart-Contract-Plattform der Welt zu verändern.

Dies scheint nur vernünftig zu sein, da ein großer Wert von der richtigen Entscheidung abhängt. Sollte der Merge scheitern, sind alle DeFi-Protokolle und -Marktplätze sofort im Eimer. Buterin antwortete via Twitter auf die Vorwürfe und fragte, warum alle Helden der Bitcoin-Community sich als Clowns entpuppen. Harte Worte, aber auf der anderen Seite war Saylors "Angriff" auf Ethereum auch kein freundlicher Austausch.

Denke daran, dass beide Seiten ein Interesse daran haben, dass jeder Coin erfolgreich ist. Saylor hat sich mit seinen Investitionen in Bitcoin weit aus dem Fenster gelehnt. Buterin hingegen hat Ethereum ins Leben gerufen, und wir alle wissen, wie sehr Eltern ihre Kinder zu verteidigen pflegen.

Bashing wird nichts ändern

Es scheint, dass die Bitcoiner den Druck spüren, der von allen Seiten auf sie ausgeübt wird, ESG-Themen stärker zu berücksichtigen. Proof of Stake scheint eine vernünftige Antwort auf die ökologischen Bedenken zu sein. Einige Projekte werben sogar aktiv damit, dass sie eine bessere Alternative in Bezug auf den Energieverbrauch darstellen.

Ethereum schlägt diesen Weg ein, positioniert sich aber nicht unbedingt gegen Bitcoin. Beide Technologien dienen unterschiedlichen Zwecken. Wenn die Branche ständig gegeneinander kämpft, sieht das für den Rest der Welt nicht nur seltsam aus, sondern ist auch nicht sonderlich hilfreich.

Es scheint, dass Bitcoin-Maximalisten sich nicht gerne mit anderen Communities anfreunden, aber das bedeutet nicht, dass sie unbedingt Feinde sein müssen.

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