Erik Weijers, vor 4 Monaten

Bank of England kapituliert und beginnt mit dem Aufkauf von Anleihen

In der vergangenen Woche war die Anspannung an den Währungs- und Anleihemärkten so groß, dass Analysten einen baldigen Zusammenbruch erwarteten. Das war gestern im Vereinigten Königreich der Fall. Um den Anleihemarkt zu retten, beschloss die Bank of England, für 65 Milliarden Pfund Staatsanleihen zu kaufen. Es ist das erste Land, das die Geldpresse wieder anwirft. Wer wird folgen?

Das britische Pfund hatte den größten Einbruch seit der letzten Zinsentscheidung der Fed erlitten. Zugegebenermaßen litten auch der Euro und der Yen, da die Fed erneut erhebliche Dollarbeträge aus dem Strohalm des des globalen Dollar-Milchshakes saugte. Aber das Pfund litt zudem unter einem Haushalt, der als fiskalisch unverantwortlich gilt.

Das Pfund stürzte nicht nur auf einen historischen Tiefstand von 1,03 Dollar ab. Auch die britischen Staatsanleihen mit Laufzeiten von 20 Jahren und mehr gingen den Bach runter. Dies führte zu einer akuten Liquiditätskrise der sogenannten Liability Driven Investment Funds (LDIs). Diese Fonds befinden sich im Portfolio der großen britischen Pensionsfonds. Wenn sie in Gefahr sind, sind auch die Renten von Millionen Briten gefährdet. Deshalb musste die Bank of England eingreifen.

Es gibt 1.500 Milliarden Pfund in diesen LDIs. Sie arbeiten mit Leverage, was in diesem Fall bedeutet, dass sie Staatsanleihen als Sicherheiten verwenden, um sich Geld zu leihen. Und damit mehr Staatsanleihen zu kaufen. In dem Moment, in dem der Wert der Sicherheiten - der Staatsanleihen - stark fällt, haben sie also ein großes Problem. Das Rückkaufprogramm der Bank of England hilft ihnen für eine Weile aus der Patsche.

Geldpresse läuft wieder

Die Rettung durch die Bank of England mag einfach erscheinen. Die Bank erschafft Geld aus dem Nichts und rettet Fonds aus der Patsche. Aber natürlich gibt es kein Gratisgeld: Es sind die Steuerzahler/innen und/oder die Sparer/innen, die für die Kosten aufkommen. Wenn die Geldmenge zunimmt, geht das einfach auf Kosten der Kaufkraft des vorhandenen Geldes auf Sparkonten und dergleichen.

Aus diesem Grund steigen die Kryptopreise oft, wenn die Gelddruckmaschine wieder anspringt: Die Menschen flüchten in Coins, deren Ausgabeplan - im Fall von Bitcoin - begrenzt ist. Die Frage ist, ob sich mehr Länder gezwungen sehen werden, zu einer breiteren Geldpolitik zurückzukehren. Im Augenblick sind es noch nicht die USA, aber andere Länder spüren den Druck. In der Europäischen Union sorgt die wachsende Zinsdifferenz zwischen den Anleihen der südlichen und nördlichen Länder für Spannungen. Wenn dieser Abstand zu groß wird, wird die EZB wahrscheinlich damit beginnen, Anleihen von südlichen Staaten zu kaufen.

Umbruch

Analysten sind sich einig, dass der normale Wirtschaftszyklus von etwa 7 Jahren derzeit ernsthaft gestört ist. Auf eine extrem hart laufende Geldpresse nach der Pandemie folgten eine Straffung und extrem schnelle Zinserhöhungen. Wegen dieser äußerst schnell wechselnden Geldpolitik sind die Finanzmärkte völlig aus dem Gleichgewicht geraten. Die Frage ist, ob es noch eine Chance auf eine "weiche Landung" gibt oder ob dies der Beginn von Chaos ist. Und ... das Chaos wird durch eine rasende Gelddruckmaschine gelöst werden ...

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