Geschrieben von Robert Steinadler 2 months ago

Äußerst unwahrscheinlich: Wird Russland Bitcoin einführen, um die geltenden Sanktionen zu umgehen?

Während der Krieg in der Ukraine noch immer wütet, hat die internationale Gemeinschaft schwere Sanktionen gegen Russland verhängt, und die Kluft zwischen dem Westen und Moskau wird mit jedem Tag, an dem die Gewalt weitergeht, größer. Gestern Abend ging die Nachricht durch die Medien, dass Russland sich für Bitcoin entscheiden könnte, um Öl und Gas verkaufen zu können. Beide Exportgüter sind für die Wirtschaft des Landes lebenswichtig.

Was ist von dieser Nachricht zu halten, und könnte dies möglicherweise ein Wendepunkt für Bitcoin und den Markt sein?

Russland ist vom Bankensystem ausgeschlossen

Durch den Ausschluss aus SWIFT ist Russland im Grunde nicht mehr in der Lage, den internationalen Handel in US-Dollar abzuwickeln. Gleichzeitig wurden auch die Konten der Zentralbank eingefroren. Dies schränkt die Möglichkeiten für den internationalen Handel ein. Russland kann zwar weiterhin Öl und Gas exportieren, muss aber dringend eine Alternative für die Abwicklung von Transaktionen finden.

Eine Möglichkeit wäre, alle Energieexporte in Rubel zu bezahlen, was kürzlich von Präsident Putin gefordert wurde. Eine andere Möglichkeit wäre, den Handel in Yuan abzuwickeln, was Berichten zufolge von der indischen Regierung geprüft wird.

In jedem Fall hat Russland nur zwei Möglichkeiten, den Handel mit dem Rest der Welt zu etablieren. Entweder die Aggression in der Ukraine beenden und verhandeln oder eine Alternative zum US-Dollar und dem damit verbundenen internationalen Zahlungssystem finden.

Zavalny spricht über Bitcoin

Gestern Abend ging ein Video mit dem Vorsitzenden des russischen Duma-Ausschusses Pavel Zavalny viral. Er deutete an, dass Russland offen für die Erkundung von Alternativen im Handel mit anderen Nationen ist, die enge Beziehungen zu Russland pflegen.

Dazu gehören auch China und die Türkei. Plötzlich scheint es, dass Bitcoin eine Zahlungsoption zwischen diesen Ländern ist, wie Zalavny neben anderen möglichen Lösungen vorschlug. Die Wahrheit ist, dass sowohl China als auch die Türkei in den letzten Jahren deutlich gemacht haben, dass sie gegen Bitcoin sind. Die Regulierung in der Türkei erlaubt zwar den Handel bzw. die Spekulation, verbietet aber effektiv Kryptowährungen als Zahlungsmittel. China hat bereits sein eigene CBDC herausgegeben und hat kein Interesse daran, die Kontrolle über die Währung zu verlieren, die von seinen Bürgern verwendet wird.

Interessanterweise ist auch Russland zwischen zwei Positionen gefangen. Während die Zentralbank noch vor wenigen Monaten die Kryptowährung weiter einschränken wollte, war es Präsident Putin, der den Markt öffnete, aber auch klarstellte, dass die Kryptowährung einer strengen Regulierung bedarf.

Setzt man diese Details in ein Bild, wird klar, dass es höchst unwahrscheinlich ist, dass Bitcoin für den Handel zwischen Russland und anderen Ländern wichtig wird.

Was aber, wenn es doch passiert?

Entgegen der weit verbreiteten Meinung, dass dies für BTC sehr schlecht wäre, wäre dieses Ereignis einer der bullishen Momente in der Geschichte von Bitcoin. Es stimmt zwar, dass die westlichen Länder Russland daran hindern möchten, die Sanktionen zu unterlaufen, aber sie könnten den Kryptomarkt leicht kontrollieren, indem sie die Travel Rule für alle Unternehmen oder Dienstleister durchsetzen. Ein Verbot wäre nicht nötig, und wie die jüngsten Regulierungsansätze in der EU zeigen, wird Krypto zu einem Teil der Welt, der nicht mehr wegzudenken ist.

Da die westliche Welt damit beschäftigt ist, ein Regelwerk zu schaffen, das Kryptowährungen zu einem integralen Teil des täglichen Lebens macht, ist ein Verbot vom Tisch.

Was wir jetzt alle tun können, ist, tief durchzuatmen, die Augen zu schließen und uns die Charts vorzustellen, wenn bekannt wird, dass Bitcoin für die Abwicklung des internationalen Handels mit Öl und Gas verwendet wird. Erinnerst du dich daran, was passierte, nachdem Elon twitterte, dass Tesla eingestiegen ist?

Du brauchst allerdings kein FOMO zu haben. Denk immer daran: Es ist höchst unwahrscheinlich.

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