Geschrieben von Erik Weijers 6 months ago

Rezension des Fiat-Standards

Saifedean Ammous ist Ökonom und Autor eines der meistgelesenen Bücher über Bitcoin: The Bitcoin Standard. In dieser Woche wurde sein Nachfolger veröffentlicht, der sofort auf Platz 1 im Commerce-Bereich von Amazon aufstieg. Der Titel ist Der Fiat-Standard. Die Schuldensklaverei-Alternative zur menschlichen Zivilisation. Was sind die wichtigsten Punkte?

Das Buch beginnt mit der interessanten Geschichte, wie Großbritannien um den Ersten Weltkrieg herum Schritt für Schritt den Goldstandard verließ. Jahrhundertelang war das britische Pfund „so gut wie Gold“. Bürger konnten ihre Pfunde zu einem unveränderlichen Wechselkurs in echtes Gold umtauschen. Aber vor etwa einem Jahrhundert brach diese Gelddisziplin zusammen, als die britische Regierung beschloss, den Ersten Weltkrieg zu finanzieren, ohne ihn mit zusätzlichem Gold zu decken. Hinzu kam, dass britische Kolonien verpflichtet waren, Pfund in ihren Reserven zu haben. In einem so großen Meer von Geld war die Versuchung, die Geldpresse einzuschalten, zu groß, um zu widerstehen. Heute wird dies als „Inflationsexport“ bezeichnet und die Vereinigten Staaten wissen, wie man dieses Spiel spielt.

Nach dieser Erklärung, wie wir zu unserem Fiat-Standard gekommen sind – wo niemand mehr Gold hat und wo Geld mit Fiat (Erlaubnis) der Regierung geschaffen und ausgegeben werden darf – betrachtet der Autor unser Geldsystem durch die Linse von eines Kryptowährungsexperten (oder vielleicht sollten wir Bitcoin-Experte sagen, da Ammous wenig Verwendung für Altcoins hat).

Ammus untersucht unser Geldsystem, als würde er eine neue Kryptowährung betrachten:

  • Wie wird der Coin abgebaut oder wie funktionieren Airdrops?
  • Wie wird ein Konsens darüber erreicht, was korrekte Zahlungen sind?
  • Inwieweit ist das Protokoll dezentralisiert?

Unser Geld, das Ammous als Fiatcoin zusammenfasst (egal ob Euro, Dollar oder eine andere Form von Staatsgeld), wird wie folgt abgebaut:

Der native Token des Netzwerks, Fiatcoin, wird durch einen geheimnisvollen, zentralisierten, manuellen, riskanten und willkürlichen Prozess namens Kreditvergabe abgebaut.

Tatsächlich wird die Ausgabe – eigentlich die Schöpfung aus dem Nichts – unseres Fiat-Geldes beispielsweise von Geschäftsbanken bei der Bereitstellung einer Hypothek durchgeführt. Geld wird also in unserem System als Schulden geschaffen.

Ein weiterer wichtiger Punkt:

Das grundlegende technische Merkmal des Fiat-Systems besteht darin, dass es zukünftige Geldversprechen so behandelt, als wären sie so gut wie gegenwärtiges Geld, weil die Regierung diese Versprechen garantiert.

Laut dem Autor benachteiligt dieses schuldenbasierte Finanzsystem mit der Zentralbank als ultimativem „Zentralknoten“ Sparer und begünstigt Kreditnehmer. Die Kaufkraft der Ersparnisse einer Person wird durch Darlehen nach Darlehen von anderen verwässert. All diese Kredite erhöhen die gesamte Geldmenge. In unserem Inflationssystem sind Kreditnehmer also besser dran – sofern sie ihre Kredite fristgerecht zurückzahlen und mit dem Geld wertsteigernde Vermögenswerte kaufen.

Das Problem bei diesem System ist die Inflation: Geld ist kein richtiger Wertaufbewahrer mehr. Dadurch, so der Autor, muss jeder sein Geld zweimal verdienen: erst, indem er dafür arbeitet und dann klug investiert.

Kein Wunder, dass Ammous zu einer Alternative zu diesem System kommt, nämlich Bitcoin. Er sieht darin den „Fiat-Liquidator“ oder: „Anti-Schulden“. Der radikale Unterschied zwischen Bitcoin und Fiat-Geld besteht darin, dass Bitcoin nicht auf Schulden basiert. Wenn immer mehr Menschen Bitcoin als Alternative zu schuldenbasierten Wegen der Geldallokation (wie Anleihen) sehen, könnte dies für einen langsamen Abbau des riesigen Schuldenbergs sorgen, mit dem wir als Welt konfrontiert sind.

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