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Bitcoin ETF: Was ist das?

Seit 2018 haben viele im Bank- und Finanzwesen tätige Unternehmen versucht, einen Bitcoin-ETF aufzulegen. Darunter Van Eck und Bitwise, die sich wiederholt in den USA beworben haben, aber bisher nicht in der Lage waren, die Securities and Exchange Commission zu überzeugen. Einige wenige haben es geschafft, mit bemerkenswerten Beispielen in Kanada und Frankreich. Aber der Kauf eines ETF ist nicht dasselbe wie der direkte Kauf und Besitz von Bitcoin.

Im heutigen Artikel werden wir uns genau ansehen, was ein Bitcoin-ETF wirklich ist. Und für wen diese Produkte gedacht sind und warum sie für diese spezielle Gruppe von Investoren besonders attraktiv sind.

Was ist ein ETF?

ETF ist eine Abkürzung und steht für Exchange Traded Fund (börsengehandelter Fonds), der als eine Art von Wertpapier klassifiziert wird, das den Wert eines Index, einer Aktie oder eines beliebigen anderen Vermögenswerts abbildet. Ein ETF kann wie eine Aktie gehandelt werden. In der Regel über einen Broker, der es ermöglicht, Wertpapiere zu kaufen, zu verkaufen und zu halten. Börsengehandelte Fonds sind in den letzten Jahren sehr populär geworden.

Im Gegensatz zu einem Investmentfonds bildet ein ETF einfach den Wert eines Index oder eines Vermögenswerts ab. Daher muss ein ETF nicht komplex verwaltet werden und ist daher in den meisten Fällen deutlich billiger. Dies spart den Anlegern eine Menge Geld. Außerdem können Kleinanleger so in eine Vielzahl von Vermögenswerten investieren und sich an Märkten engagieren, die ihnen sonst nicht zugänglich wären.

Ein Beispiel ist der MSCI World ETF. Der MSCI World bildet grundsätzlich den Wert der größten Unternehmen der Industrieländer ab. Ein Anleger könnte versuchen, Aktien jedes dieser Unternehmen zu kaufen, aber das würde viel mehr Kapital erfordern und mehr kosten. Der Kauf eines MSCI World ETF bedeutet einfach, dass ein Anleger am Markt teilhaben kann und seine Anlage die gleiche Performance erzielt wie der Index der größten Unternehmen der Welt zusammen, ohne dass er ihre Aktien dafür direkt besitzen muss.

Warum warten wir immer noch auf einen Bitcoin-ETF?

Ein Bitcoin-ETF wäre im Grunde das gleiche Finanzprodukt wie oben beschrieben, würde aber den Wert von BTC nachbilden. Eines der größten Probleme für die Regulierungsbehörden ist die Definition des Indexpreises für Bitcoin. Viele Derivatbörsen erstellen ihren eigenen Preisindex für den Handel mit Futures oder Perpetual Swaps. Aber der Aktienmarkt ist streng reguliert und es ist nicht so einfach, einen zuverlässigen Indexpreis für Bitcoin zu definieren.

Bis zum heutigen Tag ist dies vielleicht eines der größten Probleme für die Regulierungsbehörden. Insbesondere die SEC hat in den letzten drei Jahren mehrere Anträge abgelehnt, weil der Bitcoin-Markt nicht wie jeder andere Aktien- oder Rohstoffmarkt reguliert ist. Daher ist es schwieriger, wenn nicht sogar unmöglich, die hohen Standards einzuhalten, die die Regulierungsbehörde von Antragstellern verlangt.

Aber nicht alle Länder sind zu demselben Schluss gekommen. Im Februar 2021 genehmigte die Ontario Securities Commission den Puporse Bitcoin ETF. Damit ist es erstmals möglich, am Markt zu partizipieren, ohne Bitcoin zu halten und ohne einen Future oder ein anderes Derivat zu handeln.

Für wen ist ein Bitcoin-ETF gedacht?

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei einem ETF um ein stark reguliertes Produkt. Das ist vor allem für Family Offices und institutionelle Investoren interessant, die an der Kursentwicklung von Bitcoin partizipieren möchten, ohne selbst in das Asset investieren zu müssen, um mittel- und langfristig zu investieren.

Je nach Rechtslage kann es für diese Akteure noch komplizierter sein, Bitcoin direkt zu kaufen. Für sie ist es einfacher und mit geringeren Kosten verbunden, auf diese Weise in Bitcoin zu investieren. Es birgt aber auch ein großes Nachteilspotenzial, abhängig von den spezifischen Bedingungen des jeweiligen ETF.

Ein synthetischer ETF bildet beispielsweise nur den Preisindex von BTC ab, hält aber keine tatsächlichen Bitcoins in einer Wallet. Im schlimmsten Fall könnten Anleger keine "physischen" BTC aus dem Fonds beanspruchen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, sich für physisch replizierende ETFs zu entscheiden, was bedeutet, dass diese Fonds den Vermögenswert kaufen und halten, um den Preis zu verfolgen.

Beide Optionen haben jedoch einen Nachteil, denn sie bieten nicht dieselben Vorteile wie das Halten von Bitcoin in der eigenen Wallet.

Bitcoin zu halten: die Vorteile

Ein Grundgedanke von Bitcoin ist, dass jeder Nutzer zu seiner eigenen Bank wird. Sie können Bitcoin frei transferieren und für Zahlungen verwenden oder sie einfach halten und auf ihre Wertentwicklung spekulieren. Außerdem können Sie sich darauf verlassen, dass Sie die Kontrolle über Ihre BTC haben, anders als bei einem ETF, der überhaupt keine Auszahlungsmöglichkeit für BTC besitzt.

Dass man auch mit kleinen Beträgen Zugang zum Markt hat, mag vielen Kleinanlegern nichts ausmachen, da es ihnen finanziell sehr gut geht. Aber das ist nur ein weiterer Aspekt von Bitcoin. Er steht auch denjenigen offen, die nur über ein geringes Einkommen oder sogar überhaupt kein Bankkonto verfügen, wenn man an Menschen denkt, die außerhalb der EU und in Entwicklungsländern leben.

Das führt uns zum nächsten Vorteil. Der Besitz von Bitcoin bedeutet, dass Sie ihn innerhalb eines Wimpernschlags 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr gegen andere Kryptowährungen oder Euros eintauschen können. Dies ist ein Zugang zum Markt, der von keinem Produkt erreicht wird, das von Börsenmaklern angeboten wird, die regelmäßig den Handel während der Nacht oder am Wochenende schließen. Dies bietet Anlegern und Daytradern gleichermaßen viele Möglichkeiten, die beim traditionellen Handel an den Aktienmärkten und insbesondere beim Handel mit ETFs niemals gegeben wären.

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